Wie funktioniert eine Kältekammer?

Lesezeit 6 min · zuletzt aktualisiert 29.8.2026

Eine Kältekammer ist ein begehbarer, stark gekühlter Raum, in dem sich der ganze Körper für wenige Minuten sehr kalter, trockener Luft aussetzt. Übliche Temperaturen liegen zwischen −80 °C und −110 °C, in einzelnen Anlagen auch darunter.

Anders als beim Eisbad überträgt trockene Luft Wärme deutlich langsamer als Wasser. Deshalb sind diese extremen Temperaturangaben bei korrekter Anwendung und kurzer Verweildauer überhaupt aushaltbar.

Technik: Wie wird die Kälte erzeugt?

In der Praxis kommen zwei Verfahren vor. Elektrisch betriebene Kompressor-Kammern kühlen die Raumluft über Kältemittelkreisläufe herunter und entfeuchten sie stark. Stickstoffbasierte Systeme kühlen über verdampfenden flüssigen Stickstoff.

Begehbare Ganzkörper-Kammern arbeiten häufig mit mehreren Vorkammern (zum Beispiel −10 °C und −60 °C), damit sich der Kreislauf schrittweise an die Zieltemperatur der Hauptkammer anpassen kann.

  • Elektrisch/Kompressor: konstante Temperatur, Kopf befindet sich in der Kammer, Atemluft ist normale Luft
  • Stickstoff/Kryosauna: kürzere Anwendung, Kopf bleibt außerhalb der Kabine
  • Luftfeuchte wird stark reduziert – trockene Kälte fühlt sich anders an als Feuchtkälte

Ablauf einer Anwendung Schritt für Schritt

Der Ablauf ist bei den meisten Anbietern sehr ähnlich und dauert inklusive Vorbereitung selten länger als 20 Minuten.

  • Kurzes Aufnahmegespräch und Abklärung von Gegenanzeigen
  • Umziehen: Unterwäsche oder Badebekleidung, dazu Schutz für Ohren, Hände, Füße und Mund/Nase
  • Haut muss trocken sein, Schmuck und Piercings werden abgelegt
  • Durchgang durch die Vorkammern, dann 1,5 bis 3 Minuten in der Hauptkammer
  • Ruhige Bewegung und gleichmäßige Atmung während der Anwendung
  • Nach dem Ausstieg leichte Aktivität, zum Beispiel Radergometer oder Gymnastik

Was passiert dabei im Körper?

Die Kältereize wirken vor allem über die Haut. Die oberflächlichen Gefäße verengen sich, das Blut wird stärker im Körperkern gehalten, und das vegetative Nervensystem reagiert unmittelbar. Nach dem Verlassen der Kammer weiten sich die Gefäße wieder, die Durchblutung der Haut steigt kurzzeitig deutlich an.

Gleichzeitig werden Kälterezeptoren stark aktiviert, was die Schmerzwahrnehmung kurzfristig dämpfen kann. Die Körperkerntemperatur ändert sich bei korrekter Anwendungsdauer dagegen nur geringfügig.

Wie oft ist eine Anwendung sinnvoll?

In der Regeneration im Sport wird die Kältekammer oft unmittelbar nach intensiver Belastung genutzt. Bei chronischen Beschwerden arbeiten Einrichtungen häufig mit Serien über mehrere Wochen. Wie viele Anwendungen sinnvoll sind, hängt vom Ziel, der Grunderkrankung und der ärztlichen Einschätzung ab.

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprechen Sie vor der ersten Anwendung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, insbesondere bei Vorerkrankungen.

Häufige Fragen

Wie kalt ist eine Kältekammer?

Typisch sind −80 °C bis −110 °C in der Hauptkammer. Vorkammern liegen meist bei etwa −10 °C und −60 °C.

Wie lange bleibt man in der Kältekammer?

Üblich sind 1,5 bis 3 Minuten. Beim ersten Termin wird die Zeit häufig kürzer gewählt.

Was zieht man in der Kältekammer an?

Unterwäsche oder Badekleidung plus Schutz für Ohren, Hände, Füße und Atemwege. Die Haut muss vollständig trocken sein.

Ist die Kältekammer gefährlich?

Bei Beachtung der Gegenanzeigen und unter Aufsicht geschulten Personals gilt die Anwendung als gut verträglich. Es gibt jedoch klare Ausschlussgründe, etwa unbehandelter Bluthochdruck oder schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Sprechen Sie vor der ersten Anwendung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, insbesondere bei Vorerkrankungen.

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